Warum Ihnen die vorgestellten Techniken helfen

„Wenn ich also ganz spontan reagieren kann, warum braucht es dann überhaupt die ganzen Argumentationstechniken?“, haben Sie sich vielleicht schon gefragt.

Ich habe neulich den Jazz-Pianisten Pascal Wintz bei einer Improvisation beobachten dürfen. Er spielte virtuos. Voller Hingabe wippte sein Oberkörper im Takt der Musik, die er völlig in sich aufzunehmen schien. Seine Finger flogen bei den einzelnen Läufen über die Tastatur des Flügels und die Töne kombinierten sich zu einer grandiosen Melodie. Die Töne kombinierten sich zu einem harmonischen, gefühlvollen Zusammenspiel und ein völlig neuer Song entstand. Das Publikum belohnte das Erlebnis mit lang anhaltendem Applaus.

Meinen Sie, Pascal Wintz hätte diese Improvisation entwickeln können ohne je Klavier spielen gelernt zu haben? Wohl kaum. Wenn ein Musiker improvisiert, dann bedeutet das nicht, dass er wild und ohne Plan drauflos spielt. Beim musikalischen Improvisieren gibt es häufig eine Vorlage in Form einer bekannten Melodie oder eines Bluesschemas. Das wichtigste allerdings ist, dass der Musiker sein Instrument beherrscht. Die Kenntnis über Harmonielehre, also welche Töne zusammen gut klingen und die Fähigkeit, dies dann auf dem Instrument umzusetzen macht den Reiz einer musikalischen Improvisation aus.

Wenn es um Improvisation in der Schlagfertigkeit geht, ist es hilfreich, wenn Sie sich einige grundlegende Techniken und Strategien zugelegt haben. Das Schöne ist in diesem Fall, dass Sie Ihr Instrument, nämlich Ihre Stimme und Ihre Sprache bereits beherrschen. Die Argumentationsstrategien sind wie die Harmonielehre des Musikers. Sie werden merken, je mehr Sie die Strategien verinnerlichen, desto besser können Sie auch frei auf der Klaviatur der Schlagfertigkeit spielen.

Es lohnt sich also eine Grundlage zu legen. Wie der Musiker irgendwann nicht mehr beim Spielen auf die Tasten schauen muss, so werden auch Sie merken, dass Argumentationstechniken, die Sie verinnerlicht haben, Ihnen ohne großes Nachdenken auch spontan zur Verfügung stehen. Wenn dann noch die Einstellung stimmt, wird Ihnen die schlagfertige Antwort deutlich leichter fallen.

Künstler des Improvisationstheaters spielen Szenen zusammen ohne abgesprochenen Plan oder auswendig gelernte Texte. Aus dem Nichts entstehen auf der Bühne Action-Szenen, Krimis oder Liebesgeschichten. (Falls Sie mir jetzt nicht glauben, besuchen Sie mal ein Improvisationstheater in Ihrer Nähe, Sie werden überrascht sein.) Schauspieler des Improvisationstheaters trainieren die bestimmten Techniken und Handlungsprinzipien, damit dieses Zusammenspiel auf der Bühne gut funktioniert. Ich möchte Ihnen einige davon zeigen und Sie werden merken, dass viele dieser Prinzipien nicht nur mehr Spontaneität in Ihr Leben bringen können, sondern auch die Kommunikation mit anderen Menschen erleichtern. Es kann sogar einen Einfluss auf Ihre Einstellung zum Leben haben – seien Sie einfach offen und schauen Sie, was Sie für sich entdecken. Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei.

 

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Grundlagen braucht man für Alles.
Rainer Sturm  / pixelio.de

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