Das Problem mit der Erziehung

Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.

Pablo Picasso

Können Sie sich noch an Ihre Träume erinnern, die Sie hatten, als Sie Kind waren? Damals war noch alles möglich. Sie konnten Kaiser, Prinzessin, Lokomotivführer oder Astronaut werden. Ihre Fantasie hat alles zugelassen. Wenn Kinder spielen und ihrer Phantasie freien Lauf lassen, sind die Welten, die dabei entstehen, unbegrenzt. Es gibt kaum ein Hindernis, das sich ihnen in den Weg stellen könnte. Reisen in die ganze Welt sind möglich, sogar ganz neue Figuren und Schauplätze können entstehen.

Das Spiel der Kinder ist von einer Einstellung von Spielfreude, Kreativität, Fantasie, Optimismus und einer lebensbejahenden Einstellung getragen.

Dasselbe gilt für Berufswünsche von Kindern. Mit strahlenden Augen können sie davon erzählen, was sie an dem ausgewählten Beruf fasziniert, welche spannenden interessanten Dinge sie im Rahmen dieses Berufes leisten können.

Irgendwann im Laufe des Lebens haben die meisten Erwachsenen die Begeisterung der Kindheit verloren. Statt Glück, Kreativität und Freude gehen sie einer Routine nach, die bestenfalls noch den Zweck des notwendigen Geldverdienens erfüllt. Der Tag beginnt schon mit Widerstand beim Aufstehen, der Tagesverlauf ist zäh und der Feierabend wird sehnlich erwartet. Das glückliche Kind ist zu einem pflichterfüllenden Erwachsenen geworden. Was ist aus dem unbeschwerten Kind geworden? Offensichtlich ist auf dem Weg zum Erwachsenwerden etwas dazwischengekommen.

Kinder werden von Eltern, Lehrern und der Gesellschaft geprägt. Vieles, was sie in ihrer Kindheit erleben, mindert die Erwartungen und prägt Glaubenssätze, die uns als Erwachsene weit hinter unseren Entwicklungsmöglichkeiten bleiben lassen.

Unsere gesamte Umgebung formt unser Verhalten und auch unsere Erwartungen an das Leben. Wenn Kinder euphorisch davon schwärmen, später einmal Astronaut oder der/die bekannteste Sänger/in Deutschlands zu werden, dauert nicht lang, bis ein Erwachsener diese Erwartung als unerfüllbar kommentiert:»Ja, ja, man kann ja träumen, aber das Leben ist anders. Hast Du Dein Zimmer schon aufgeräumt?«.

Den Kindern wird so schnell beigebracht, sich doch besser an Mittelmäßigkeit zu orientieren. In der Welt der Erwachsenen ist offensichtlich kein Platz für hohe Ziele. Kinder übernehmen diese Einstellung von den erwachsenen Vorbildern und setzen unbewusst die eigenen Ziel herab. Die Eltern leben vor, was für die Kinder selbst gelebte Realität wird, wenn sie erwachsen werden.

Einschränkende Sätze, die uns andere sagen, sind zum Beispiel:

  • »Du doch nicht.«
  • »Dafür bist Du zu klein.«
  • »Dafür bist Du zu jung/zu alt.«
  • »Entweder man hat’s oder man hat es nicht.«
  • »Die Bäume wachsen nicht in den Himmel«
  • »Du bist doch ein Junge/ein Mädchen.«
  • »Das schaffst Du nie.«
  • »Dafür hast Du kein Talent.«
  • »Wer keine Ausbildung in … hat, wird das nie hinbekommen.«
  • …manchmal reicht schon eine hochgezogenen Augenbraue oder eine abwertende Geste.

Kinder lernen so schrittweise, die eigenen Erwartungen herabzusetzen.

Erinnern Sie sich noch an einen Ihrer Kindheitsträume?- Foto: Helene Souza / pixelio.de

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