Die Manipulation – eine gemeine Masche

Lassen Sie sich gern manipulieren? Ganz sicher nicht, aber seien wir ehrlich, wir werden doch deutlich öfter manipuliert als wir es annehmen. Wenn Sie schon mal einem Vorschlag zugestimmt hatten und diesen Entschluss danach bereuten, wenn Sie etwas gekauft haben, das Sie eigentlich gar nicht brauchten, wenn Sie doch wieder Geld ausgegeben haben, obwohl Sie sich vorgenommen hatten, es zu sparen, kurz:

Immer dann, wenn Sie ein anderer dazu gebracht hat, etwas zu tun, das Sie eigentlich nicht wollten, dann sind Sie Opfer einer Manipulation geworden. Unseriöse Verkäufer, unfaire Verhandler und Propagandisten nutzen die kleinen und großen Kniffe der Manipulation und schwarzen Rhetorik.
Gut für Sie, wenn Sie ein paar davon kennen und wissen, wie Sie sich dagegen wehren können. Denn häufig werden wir einfach überrumpelt und merken gar nicht, dass wir manipuliert werden. Wir stimmen einem Vorschlag oder einem Kauf zu, übernehmen die Meinung eines anderen oder werden vor einen Karren gespannt, den wir eigentlich gar nicht ziehen wollen.

Interessant ist dieses Thema natürlich auch noch von der anderen Seite: Beeinflussen oder manipulieren Sie selbst manchmal andere Menschen – und wenn auch nur unbewusst? Fast immer, wenn wir versuchen, andere zu überzeugen, gibt es auch eine Tendenz zur Manipulation. Egal, aus welcher Richtung Sie es betrachten, je mehr Sie über die verschiedenen Beeinflussungstechniken wissen, desto besser können Sie sich dagegen schützen.

 

Was ist eine Manipulation?

Das Wort Manipulation ist aus dem Französischen abgeleitet und bezeichnet ursprünglich die geschickte Handhabung, einen Handgriff oder Kunstgriff. Laut Duden Herkunftswörterbuch wurde das Fremdwort Ende des 18. Jahrhunderts zuerst als Bezeichnung eines Heilverfahrens entlehnt. Das französische »manipule«, zu deutsch »eine Hand voll«, bezeichnete also zunächst eine Hand voll Kräuter oder Substanzen. Das Gleiche gilt für das französische Wort „manipuler“, zu deutsch „handhaben“, aus dem unser Verb „manipulieren“ im Sinne von „handhaben, geschickt zu Werke gehen“ übernommen wurde.
Das Wortverständnis in seiner ursprünglichen Bedeutung ist also weit weniger negativ als wir das heute empfinden. Wenn wir das Wort im Rahmen von Gesprächen und Willensbildungen anwenden, dann ist unser Verständnis heute allerdings negativ besetzt.

Manipulation ist dann eine Handhabe gegen den Andersdenkenden.
Wir verstehen darunter üblicherweise eine Beeinflussung gegen den Willen des anderen. Es gibt Menschen, die behaupten, jede Art von Kommunikation sei eine Manipulation, denn Kommunikation sei immer darauf ausgelegt, einen anderen im eigenen Sinn zu beeinflussen. Schon wenn Sie einen Gesprächspartner dazu brächten, Ihnen zuzuhören, sei das im weitesten Sinne eine Manipulation, denn Sie bringen den anderen dazu, Ihnen seine Aufmerksamkeit zu widmen. Auch beeinflusse der Gesprächspartner durch seine Haltung das Gespräch, er ließe die Manipulation quasi zu. Diese Meinung wird in den Bereichen Vertrieb und Werbung häufig vertreten, vornehmlich um das eigene Handeln zu rechtfertigen.
Mir geht diese Auslegung allerdings zu weit. Ich glaube, dass sie das Verständnis, das wir mit dem Wort »Manipulation« verbinden, nicht wirklich trifft. Schließlich werden viele Gespräche, die als Meinungs- und Gedankenaustausch zwischen Menschen stattfinden, keineswegs als Manipulationen empfunden. Selbst ein Streitgespräch, in dem sich die Gesprächspartner treffen, um Meinungen auszutauschen, um ggf. einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn zu erlangen, kann man nicht als Manipulation darstellen, wenn die Gesprächspartner sachlich bleiben.

Wo sind die Grenzen von Überzeugen, Überreden, Manipulieren? Das lesen Sie im nächsten Artikel.

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Eine Hand voll Kräuter – die positive Bedeutung der Manipulation.

Fotografenname: Uschi Dreiucker / www.pixelio.de

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