Nehmen Sie sich selbst nicht so ernst!

Humor ist häufig Geschmacksache und geht ebenso häufig zu Lasten anderer. Das ist nicht jedermanns Sache, sollte Sie aber nicht grundsätzlich davon abhalten, eine Ihnen angemessene Humorform zu finden. Wenn Sie mit Ihrem Humor auf keinen Fall jemand anderen verletzen wollen, bleibt Ihnen immerhin noch die Möglichkeit der Selbstironie.

Der Chef hat seinen letzten Arbeitstag vor seinem zweiwöchigen Urlaub. Vorher hat er noch mit jedem Mitarbeiter gesprochen und sich davon überzeugt, dass wirklich jeder weiß, was während des Urlaubs zu tun ist. Als er sich verabschiedet, wendet er sich mit süffisantem Grinsen an die Mitarbeiter: 
»Ich bin dann mal weg. Ich wünsche euch allen gute Erholung!«

Der Chef drückt hier nicht nur seine guten Wünsche aus, sondern auch, dass er sich seines eigenen Kontrolldrangs über seine Mitarbeiter bewusst ist. Zwischen den Zeilen schwingt mit: »Ich weiß, ich bin nicht perfekt und vermutlich übertreibe ich die Kontrolle etwas.«

Weitere Beispiele

Sie halten eine Präsentation, während der die Teilnehmer offensichtlich mit anderen Dingen beschäftigt sind. Sie stellen fest: 
»Ich merke schon, ich kann Sie mit dem Thema wirklich faszinieren.«
Sie haben versucht einen Witz zu machen, aber keiner regiert: 
»Lachen Sie bitte über meine Witze. Das stärkt mein Selbstbewusstsein.«
Eine Information von Ihnen wurde vom Empfänger missverstanden: 
»Ich dachte mir: Wenn Du schon nicht überzeugen kannst, stifte wenigstens Verwirrung.«

Achten Sie dabei auf die richtige Betonung. Man muss Ihnen anmerken, dass Sie die Bemerkung ironisch meinen, damit sie gut wirkt.
Der ironische Umgang mit den eigenen Marotten ist eine ganz wichtige Eigenschaft schlagfertiger Menschen. Versuchen Sie es auch einmal. Sie beweisen damit Selbstreflexion und innere Größe.

Nutzen Sie die Selbstironie als Humor-Technik. Nehmen Sie sich selbst nicht so ernst. Das zeigt, dass Sie auch zu Ihren eigenen Fehlern stehen können und selbstreflektiert sind, und wirkt sympathisch auf andere.

Ein wahrer Meister dieser Art des Humors ist Thomas Gottschalk:
Gottschalks Kommentar zur Baggerwette in der Februarsendung 2010: »Der Deutsche Baggerfahrer baggert und redet nicht. Ich bin der Einzige, der redet und baggert.«
Gottschalk zu seiner Premiere im Fernsehen: »Ich war bescheuert angezogen und hatte eine dämliche Frisur. Daran hat sich bis heute nichts geändert, so was nennt man Kontinuität.« (2001 in einem Interview. Er trug zu schwarzen Schlabberhosen einen weinroten Frack mit Glitzerweste und Cowboystiefel)

Schlagfertiger Pfarrer

Mit Humor nahm der katholische Geistliche Georg Koch aus Betzdorf (St. Ignatius) einen Sturz auf den Kopf zwischen zwei Messen an den Weihnachtstagen. Die Platzwunde musste genäht werden. Als er bemerkte, dass der behandelnde Unfallarzt ihn nicht kannte, sagte er schlagfertig: “Ich bin der örtliche Pastor. Machen Sie bitte Kreuzstiche.”
Aus der Siegener Zeitung

 

Bääääätsch

Nehmen Sie sich selbst nicht so ernst.

NicoLeHe / www.pixelio.de

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