So antworten Sie auf Warum-Fragen

Herr Petersen war ungehalten. Polternd kam er in Frau Wümmes Büro und baute sich in voller Körpergröße vor Ihr auf: »Frau Wümme,« schnaubte er, »ich wollte die Ausarbeitung über die Verkaufszahlen für Asien bis heute 12 Uhr haben. Wir haben bereits 13:56 Uhr und ich habe nichts! Was ist denn eigentlich los mit Ihnen? Ich will sofort wissen, warum ich immer noch nichts habe.«

Und jetzt? Natürlich könnte sich Frau Wümme rechtfertigen. Sie könnte berichten warum die Ausarbeitung noch nicht fertig ist, was alles dazu geführt hat, dass diese noch nicht vorliegt. Aber aus dem vorigen Abschnitt wissen wir ja schon, dass dies nur selten weiterhilft. 

Frau Wümme antwortet: »Herr Petersen, ich bitte Sie um Verständnis. Ich habe jetzt noch zwei Tabellen auszuwerten, dann ist die Ausarbeitung fertig. Wenn ich sie in 30 Minuten auf Ihren Tisch lege, wären Sie damit einverstanden?« Herr Petersen antwortet: »Nun gut, aber auf keinen Fall später.«

Statt sich zu rechtfertigen, hat Frau Wümme einen Vorschlag zur Lösung des Problems unterbreitet.

Menschen interessieren sich nur selten für Ursachen, auch wenn sie danach fragen. Menschen brauchen Lösungen oder Ergebnisse.

Wenn Sie dieses Prinzip verstanden haben, können Sie vielen Auseinandersetzungen aus dem Weg gehen.

Abbildung: Warum... ? Lösung!

Abbildung: Warum… ? Lösung!

»Moment,« höre ich da einige meiner Leser rufen, »das ist doch überhaupt nicht witzig!« Stimmt, Sie haben Recht, witzig ist das nicht. Allerdings habe ich Ihnen auch nicht versprochen, dass dieses Buch nur humorvoll wird. Ich möchte Ihnen die Techniken und Strategien zeigen, die Sie tatsächlich weiterbringen. Diese gehört in jedem Fall dazu, denn sie erspart Ihnen jede Menge Konflikte und überflüssige Diskussionen.

Wenn ein Problem aufgetreten ist, wenn Sie beschuldigt oder bedrängt werden, dann versuchen Sie als Allererstes, mit einer Lösung zu kontern. Selbst wenn Sie denken »Mein Gott, die Karre steckt tief im Dreck. Ich habe keine Ahnung, wie wir da herauskommen!«, dann gehen Sie trotzdem diesen Weg. Er erspart Ihnen eine Menge Ärger.

Hier einige Standard-Antworten, die Sie sich einprägen können, um schnell und souverän auf Warum-Fragen zu reagieren. Wenn Sie selbst einmal in eine ähnliche Bredouille kommen, nutzen Sie doch einen der folgenden Sätze:

  • »Wir arbeiten an der Lösung. Um X Uhr gebe ich Ihnen ein Ergebnis.«
  • »Ich habe eine Idee… «
  • »Ich habe einen Vorschlag … «

Von allen Gesprächssituationen empfinden Teilnehmer meiner Seminar die beruflichen als die stressigsten. Hier geht es um Ihr Ansehen, Ihren Status, Ihr Einkommen und im schlimmsten Fall um Ihren Job. Daher gebe ich Ihnen für diese Situationen viele Beispiele. Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Technik auf einen einzelnen Anwendungsbereich beschränkt ist.

 

  • Alle Techniken und Strategien, die ich Ihnen in diesem Blog zeige, können Sie immer auch auf andere Bereiche übertragen. Denken Sie daher auch darüber nach, in welchen Bereichen Ihnen diese Technik helfen kann.

Übertragen wir die Lösungsstrategie in den privaten Bereich, dann werden Sie auch hier bei kritischen Warum-Fragen eine Lösung für das Problem schaffen, statt über die Gründe zu diskutieren, die zu dem Problem führten.

»Herr Müller, warum ist das Treppenhaus nicht gekehrt? Sie sind heute dran.«

»Ich fange gleich damit an, dann ist alles geregelt.«

 

»Warum hast Du denn Deine Socken wieder mitten im Zimmer liegengelassen?«

»Oh, sorry. Ich räume die gleich weg.«

 

Sie sehen, auch in diesen Fällen sparen Sie sich überflüssige Rechtfertigungen.

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

Das Treppenhaus-Problem lösungsorientiert angehen. Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.