So transformieren Sie negative Aussagen – Transformation I: Die Umkehrung

Die negativen Glaubenssätze und ungünstigen Fragen, die wir in den vorangegangenen Abschnitten besprochen haben, sind schädlich für Ihre Schlagfertigkeit und Ihr souveränes Auftreten. Sie werden im Vorfeld einer Begegnung schon nervös, führen sich die schlimmen Auswirkungen vor Augen und treten mit weniger Selbstbewusstsein auf. Über die negativen Fragen verstärken Sie diese Wirkung auch noch im Nachhinein. Sie erzeugen auf diese Weise einen Teufelskreis, aus dem Sie schnell ausbrechen sollten.

Genauso wie Sie morgens mit Waschen und Zähneputzen Ihre Körperpflege betreiben, sollten Sie daher auch Gedankenpflege betreiben. Prüfen Sie Ihre inneren Gedankenmuster regelmäßig darauf, ob sich hinderliche Aussagen in Ihre Gedanken einschleichen. Beobachten Sie sich selbst.

 

Transformation I: Die Umkehrung

Zum Glück gibt es nicht nur negative Glaubenssätze und Überzeugungen, sondern auch positive, die dazu führen, dass wir uns mehr zutrauen und wir an unsere Erfolge glauben. Diese Tatsache wollen wir nutzen, um die limitierenden Glaubenssätze durch neue, unterstützende zu ersetzen.
Lassen Sie uns diese Glaubenssätze näher betrachten und nach positiven Alternativen suchen. Ich verspreche Ihnen, es lohnt sich.

Transformieren Sie Ihre negativen Glaubenssätze in positive Aussagen.

 

Nehmen Sie sich einmal einen negativen Satz vor. Als Beispiel betrachten wir den folgenden Satz:

Ich bin nicht souverän.

Es lohnt sich die Aussage zu hinterfragen: bestimmt gab es schon Situationen, in denen Sie souverän waren. Meist beziehen sich unsere Glaubenssätze auf bestimmte Situationen, z. B. im Beruf. Wenn wir uns auf andere Schauplätze konzentrieren, finden wir meistens einen anderen Blickwinkel auf die Aussage. Sie brauchen nur ein Gegenbeispiel: Vielleicht haben Sie ein Hobby, bei dem Sie souverän auftreten, aber auch wenn Sie nur darauf kommen, dass Sie immer sehr souverän an der Supermarktkasse Ihren Einkauf bezahlen, hilft das schon. Sie werden erkennen, dass der Satz, der ja allgemeingültig wirkt, Unsinn ist.

Für die Transformation drehen Sie den negativen Glaubenssatz einfach um.

Drehen Sie um - Foto: g / pixelio.de

Die Transformation lautet dann: Ich bin souverän.

Okay, okay, ich merke schon: Das war Ihnen zu leicht. Sie dürfen es sich hier ruhig leicht machen.

Der transformierte Satz sollte dabei unbedingt die folgenden Kriterien erfüllen:

  • Er ist positiv formuliert.
  • Er ist so formuliert, als hätten Sie das Ziel bereits erreicht. (Kein »ich will«, »ich wäre«, »ich würde gern«)
  • Er ist in der Gegenwartsform formuliert (keine Futur-Konstruktion, kein Konjunktiv).
  • Sie empfinden ihn als einen bestärkenden Satz.

Sie dürfen sich dabei gern mehrere Schritte gönnen. Zum Beispiel wird in Ihrer Arbeit aus der Aussage »Ich bin bei Angriffen hilflos.« der Wunsch »Ich will nicht mehr sprachlos sein.«. Dieser stellt aber nicht die Zielerreichung dar, sondern formuliert einen Wunsch. Außerdem ist es hilfreich, verneinte Aussagen (mit »nicht«) in direkte Aussagen zu verwandeln. So kommen Sie dann vielleicht auf  »Ich wäre gern schlagfertig.«. Da dies auch noch ein Wunsch ist, kommen Sie dann auf die positive Transformation »Ich bin schlagfertig.«.

Viele Coaching-Kunden schildern mir, dass allein das Hinterfragen und die Auseinandersetzung mit dem negativen Glaubenssatz dazu führt, dass sich viele dieser Sätze auflösen. Ich zeige dann noch, was Sie mit dem transformierten Satz anfangen können, um ihn dauerhaft zu verinnerlichen. Aber jetzt noch zu einer etwas größeren Herausforderung:

Nehmen wir den Glaubenssatz:

 Ich mache alles falsch!

In diesem Satz finden wir einerseits die Aussage, dass Sie Fehler machen, andererseits einen verallgemeinernden Teil. Durch die Formulierung mit dem Wort »alles« erheben Sie die Fehler zu einem permanenten Zustand. Wir haben ja schon gelernt, dass diese Aussage im Unterbewusstsein zu einem Auftrag wird, d. h. Sie werden tendenziell Ihr Verhalten danach ausrichten.

Um diesen Zustand zu verändern, können Sie die Aussage zunächst hinterfragen. Stimmt die Aussage »Ich mache alles falsch.« überhaupt? In dieser Form sicher nicht. Wenn Sie genau nachdenken, werden Sie auf viele Dinge stoßen, die Sie richtig machen. Gehen Sie dafür nur einmal Ihren Tagesablauf durch: Sie stehen morgens richtig auf, sie putzen sich richtig die Zähne, waschen sich richtig, finden den richtigen Weg zur Arbeit usw. Eine richtige Tätigkeit allein zeigt schon, dass der Satz nicht stimmt.

Verallgemeinernde Aussagen mit Worten wie »alles«, »immer«, »immer nur«, »permanent« oder »nie« stimmen nicht. Es gibt immer Ausnahmen von dieser vermeintlichen Regel.

Sie machen also niemals alles falsch. Und wenn jetzt doch ein Fehler passiert? Ist das wirklich so dramatisch? Alle Menschen  machen Fehler. Die meisten Dinge im Leben haben wir sogar dadurch gelernt, dass wir »Fehler« machten und anschließend etwas Neues ausprobierten. Fehler sind also etwas ganz Natürliches. Wie Sie damit umgehen, macht den Unterschied. Wenn Sie aus Fehlern lernen können, dann sind diese kein Problem.

Ihre Umkehrung könnte daher lauten: »Ich erlaube mir, Fehler zu machen.«

 

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