So wirken Glaubenssätze auf unser Bewusstsein

Jetzt gibt es ein gefährliches Phänomen: Aus der Psychologie wissen wir, dass solche Aussagen innerer Glaubenssätze auf unser Unterbewusstsein wie ein Auftrag wirken. Aus der inneren Aussage »Ich bin sowieso zu schüchtern.«, die sich soeben ins Rampenlicht Ihrer inneren Gedanken gestellt hat, wird dann der unterbewusste Auftrag »Sei schüchtern.« Jedes Mal, wenn Sie diesen Gedanken innerlich aussprechen, werden die neuronalen Verknüpfungen in Ihrem Hirn verstärkt, die diesen Auftrag auslösen. Sie müssen den Gedanken nur oft genug denken und Sie werden unbewusst Ihr Verhalten anpassen, so dass es dem Gedanken entspricht. Sie erzeugen somit einen Teufelskreis, der negative Verhaltensweisen immer weiter bestärkt.

Unsere eigenen Gedanken wirken »autoedukativ«, d. h. sie erziehen uns ein Leben lang. Negative Glaubenssätze bestärken und festigen negative Verhaltensweisen.

Nun ist es aber gar nicht so leicht, dieses Muster zu durchbrechen, denn das Auslösen der gedanklichen Muster ist ja zunächst kein bewusster Prozess. Niemand sagt sich: Ich denke jetzt mal, dass ich schüchtern bin, damit ich schüchterner werde. Nein, es passiert einfach. Plötzlich taucht der Gedanke »Ich bin sowieso zu schüchtern.« unvermittelt auf und bestimmt unsere Gedankengänge. Unser Gehirn ist dann allerdings sehr konstruktiv unterstützend für den negativen Glaubenssatz. In diesem Moment sucht es alle Tatsachen, Eigenschaften und Erlebnisse heraus, die diese These bestätigen. Sie sehen innerlich, wie Sie es als Kind nicht geschafft haben, die Nachbarskinder anzusprechen; wie Ihnen der große Junge von Nebenan damals das Spielzeug gestohlen hat und Sie sich nicht wehren konnten; wie Sie sich hilflos fühlten, als der ältere Nachbar Sie angeschnauzt hatte, das Treppenhaus zu reinigen und so weiter.

Abmahnung vom Hausmeister? Ein Gedankenkarussell beginnt… Foto: Petra Bork : pixelio.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.