Warum fällt es so schwer, »Nein« zu sagen?

»Nein« zu sagen ist im Grunde nicht so schwer. In unserer menschlichen Entwicklung begegnete uns das »Nein« zunächst in Form von Verboten unserer Eltern. Ein »Nein« war eine Anweisung, die uns vor Schäden bewahren sollte. Später in der kindlichen Entwicklung kam dann die Trotzphase, in der wir als Kind selbst ausprobieren, wie weit wir mit einem »Nein« gehen können. Häufig wurde diese dann begleitet von Kommentaren unserer Eltern, die dazu angelegt waren, uns ein schlechtes Gewissen einzureden: »Wenn Du Dein Spielzeug nicht wegräumst, dann wird der Papa aber sehr traurig.«

Psychologen haben herausgefunden, dass auch die Einstellung der eigenen Eltern zum Neinsagen eine prägende Wirkung auf Kinder hat. Jedem von uns ist es schon mal gelungen, in irgendeiner Form »Nein« zu sagen. Warum fällt es dann häufig so schwer?

Wir alle haben ein inneres Belohnungssystem. Anderen einen Gefallen zu tun, erzeugt in uns gute Gefühle. Da sind zum Beispiel:

  • Das Gefühl gebraucht zu werden
  • das gute Gefühl, jemanden zu helfen
  • das Gefühl ein zuverlässiger Partner/Freund/Kollege zu sein
  • das Gefühl eine Bestätigung zu bekommen
  • das Gefühl, beim anderen Pluspunkte zu sammeln

Wenn wir anderen einen Gefallen tun, dann werden wir mit diesen guten Gefühlen belohnt. Wenn wir einen Vorschlag allerdings ablehnen wollen, fehlen diese guten Gefühle und es kommen Gewissensbisse auf. »Was wird der andere von mir denken?«

Wahrscheinlich haben Sie dann sogar unterschwellig Gefühle der Angst:

  • Angst, dass der andere Sie als unhöflich wahrnimmt
  • Angst vor Ablehnung
  • Angst, dass Sie undankbar zu wirken
  • Angst, dass Sie als nicht hilfsbereit gelten

Diese psychologischen Effekte führen dazu, dass wir zunächst einmal gegen eine ganze Reihe von Widerständen ankämpfen müssen, um »Nein« sagen zu können. Sie sollten aber auch bedenken, dass Sie für die Aufgaben, die Sie für andere übernehmen auch einen Preis zahlen.

Bedenken Sie die Konsequenzen: Wenn sie es nicht schaffen, »Nein« zu sagen, führt das langfristig zu Mehrarbeit, einer Überbelastung und mehr Stress für sie. Sie werden unzufrieden und sind ein Spielball anderer. Sie verlieren Zeit, die Sie wahrscheinlich für Ihre eigenen Aufgaben brauchen. Das »Ja« zu den Bitten anderer ist auch immer ein »Nein« zu den eigenen Aufgaben.

Denken Sie auch an die negativen Gefühle, die Sie haben, wenn Sie Aufgaben übernommen haben, die Sie eigentlich ablehnen wollten. Hat Sie das noch nie geärgert? Es lohnt sich also, sich eine Strategie für das »Nein« sagen zuzulegen.

 

Schlagfertige Rentnerin

Die Frau ist 87, aber im doppelten Sinne schlagfertig. Das mussten drei Ganoven im Alter zwischen 15 und 19 Jahren erfahren, als sie die Bayreuther Rentnerin mit einer Pistole in der Hand zu Hause überfielen. “Wir brauchen Geld”, forderte einer. “Ich auch!”, antwortete die Frau und schlug dem verdutzten Täter die Waffe aus der Hand. Daraufhin flüchteten die Räuber ohne Beute.

(Bericht war zu sehen auf n-t)

 

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