Was Sie aus den verschiedenen Wortwahrnehmungen lernen können

Auch zu der Technik des Uminterpretierens möchte ich Ihnen noch ein paar tiefergehende Informationen geben. Das Uminterpretieren ist eine enorm starke Technik zum Aushebeln eines Vorwurfes. Wir wollen noch einen Schritt weiter gehen und tiefer auf die Hintergründe der verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten von Worten eingehen. Im Folgenden werden Sie ein Modell kennen lernen, das Ihnen nicht nur ermöglicht, gute Uminterpretationen zu entwickeln, sondern gleichzeitig auch noch Entwicklungspotentiale Ihrer eigenen Persönlichkeit zu erkennen. Klingt gut? Sind Sie neugierig geworden? Dann los!

 

Ein Schema für die Wortwahrnehmung

Wie Sie an den Techniken zum Uminterpretieren gesehen haben, gibt es zu negativen Worten aus dem Soft-Skill-Bereich ein weiteres Wort, das den gleichen Sachverhalt positiv darstellt. Die Sprachforscher und Rhetoriktrainer reden dabei von der Konnotation eine Wortes. Damit ist die Nebenbedeutung gemeint, oder anders gesagt, wie wir ein Wort wahrnehmen. Das Wort „sparsam“ zum Beispiel ist ein Ausdruck mit einer positiven oder zumindest neutralen Wahrnehmung. Das Wort „geizig“ hingegen ist das negative Gegenstück, dabei beziehen sich beide Worte auf die gleiche Eigenschaft.

 

Konnotation

Mit Konnotation (aus dem Lateinischen: Vorsilbe con = mit, notatio=Anmerkung) bezeichnen Sprachforscher die Nebenbedeutung eines sprachlichen Ausdrucks. Neben der Hauptbedeutung eines Wortes gibt es weitere Eigenschaften, die mit dem Wort quasi mitschwingen. Diese werden meist durch eine gedankliche Zuordnung ausgelöst. So ist zum Beispiel das Wort »Hund« erst einmal wertneutral, die Bezeichnung »Köter« hat jedoch etwas verächtliches, d. h. das Wort »Köter« hat eine negative Konnotation.

Diese Zuordnung kann durch individuelle und soziale Prägungen ausgelöst sein und daher gibt es durchaus Varianten der Wahrnehmung bei verschiedenen Menschen.

Ein Wort mit positiver Konnotation wird also in unserem Wortverständnis positiv empfunden, das mit negativer Konnotation ist weniger rühmlich. Stellen wir uns einmal vor, wir nehmen dies als die vertikalen Pole auf einer Skala, oben der positive Pol, unten der negative:

Abbildung: Die zwei Pole der Wortwahrnehmung

Abbildung: Die zwei Pole der Wortwahrnehmung

 

Nehmen wir noch einmal das Wort »arrogant« aus einem Beispiel zum Uminterpretieren:

»Sie sind arrogant!«
»Wenn arrogant bedeutet, dass ich meine Ziele verfolge und mich durchsetze, ja dann gebe ich Ihnen recht, dann bin ich arrogant.«

In dieser Sichtweise können Sie ein Wort, wie das Wort »arrogant« in unserem Schema einordnen. Als Negativwort landet es unten in der Skala, das korrespondierende, positive Wort landet entsprechend oben. In diesem Fall bringen wir die Aussage »dass ich meine Ziele verfolgen und mich durchsetze« als ein Attribut mit der Bezeichnung »durchsetzungsstark« auf den Punkt. Unser Modell sieht dann so aus:

 

Abbildung: Wortwahrnehmung für die Worte arrogant und durchsetzungsstark

Abbildung: Wortwahrnehmung für die Worte arrogant und durchsetzungsstark

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