Wie gehe ich mit Manipulationen um?

Standard-Abwehr: Manipulation erkennen, Manipulationen benennen

Ich möchte Ihnen eine Abwehrtechnik für Manipulationen vorstellen, die sehr häufig funktioniert. Die Voraussetzung ist, dass Sie während eines Gespräches wahrnehmen, dass Sie manipuliert werden. Das ist gar nicht so einfach. Häufig haben wir nur ein diffuses Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt, aber wir wissen nicht so genau, ob es sich um eine Manipulation handelt oder nicht.
Auch unsere Einstellung zum Gesprächspartner hat einen entscheidenden Einfluss. Die Absicht eines Verkäufers ist klar zu erkennen und schon schalten sich bei uns die inneren Warnsysteme ein, die dazu führen, dass wir die Aussagen skeptisch betrachten und jedes Wort auf die Goldwaage legen. Kennen wir die Absicht des Gegenübers allerdings nicht und wirkt der Gesprächspartner sympathisch, fällt es ihm leicht, uns zu beeinflussen. Da die Situation vermeintlich nicht riskant wirkt, ist unser diskursives Denken zurückgefahren und manipulative Techniken können ihre volle Wirkung entfalten.

Schritt 1: Erkennen
Im ersten Schritt müssen Sie den Manipulationsversuch als solchen erkennen.

Schritt 2: Benennen
Identifizieren Sie nach Möglichkeit auch die Art der Technik, die vom Manipulator angewandt wird. Sie können diese dann einordnen und werden merken, dass allein schon die Kenntnis einen großen Teil des emotionalen Drucks reduziert. Versuchen Sie dann auch hinter die Absichten oder die Strategie des Gesprächspartners zu kommen.

Schritt 3: Abwehren
Auf Basis der Erkenntnisse aus den ersten beiden Schritten können Sie in Ruhe entscheiden, welche Abwehr-Strategie Sie anwenden.

Als Standard-Abwehr können Sie die Technik konkret benennen. Sie enttarnen damit die Strategie des Manipulators. Es wird ihm daher in Folge schwer fallen, diese Technik oder Strategie weiter anzuwenden. Wenn Sie in einer Gruppe diskutieren, senden Sie damit auch ein Signal an alle anderen Teilnehmer, die das genannte Verhalten anschließend auch erkennen und beobachten können. Fordern Sie dann Ihren Gesprächspartner auf, wieder fair und sachlich mit Ihnen zu reden.

Hier ein paar Beispiele:

  • »Das ist eine unangemessene Provokation. Bitte bleiben Sie fair.«
  • »Das ist ein Totschlagargument. Damit kommen wir nicht weiter. Bitte lassen Sie uns den Sachverhalt angemessen besprechen.«
  • »Ihre Einwürfe lenken vom Kern der Sache ab. Bitte kommen Sie wieder auf den eigentlichen Punkt zurück.«

Damit Sie auch in schwierigen Situationen einer Manipulation souverän reagieren können, beachten Sie bitte einige Grundregeln. Es wird Ihnen wahrscheinlich nicht immer gelingen, diese einzuhalten, denn häufig stehen wir bei Manipulationen auch unter einem hohen emotionalen Druck. Je häufiger Sie sich aber daran erinnern, desto souveräner können Sie reagieren.

Denken Sie bei Manipulationen an folgende Grundregeln für souveränes Wirken:

Bleiben Sie ruhig und gelassen.
Argumentieren Sie möglichst sachlich.
Lassen Sie sich nicht provozieren.
Atmen Sie!

 

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Wehren Sie sich – aber bleiben Sie fair!

Fotografenname: Joujou / www.pixelio.de

 

 

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