Zu den eigenen Eigenschaften stehen

Eines der Probleme bei Vorwürfen ist oft, dass wir nicht zu unseren eigenen Eigenschaften stehen. Die heute mal nicht ganz so günstig ausgewählte Krawatte oder die zwei Pfund mehr auf den Rippen sind uns bewusst. Wenn sich jetzt jemand genau diese Eigenschaft aussucht, um uns anzugreifen, sind wir verletzt. Denn eigentlich wollten wir schon längst mal uns beraten lassen wegen der Kleidungsauswahl (Krawatte) oder zu Sport gehen, um die Pfunde los zu werden.

Wie sieht es bei Ihnen aus? Gibt es da auch so ein Thema? Was passiert wenn Sie angegriffen werden? Die meisten drucksen herum:

„Na, Bärbel, mal wieder ein bisschen zugelegt im Urlaub?“

„Tja, äh, nunja, das Essen war so lecker am Buffet, da konnte ich so schlecht Nein sagen…“

Wenn Sie sich so verhalten, sehen Sie schlecht aus. Der Angreifer weiß, er hat voll ins Schwarze getroffen. Die Speerspitze steckt Ihnen im Fleisch und schmerzt.

Warum eigentlich? Was bringt Sie dazu den Vorwurf so weit an sich heran zu lassen? Außer negativen Gefühlen haben Sie nichts davon. Drehen Sie Ihr Verhalten doch mal herum. Statt den Inhalt des Vorwurf als etwas Verwerfliches zu akzeptieren, stehen Sie voll zu Ihren Eigenschaften. Sie können (zumindest unmittelbar) ja doch nichts daran ändern. Zeigen Sie Selbstbewusstsein und akzeptieren Sie an sich selbst auch die Eigenschaften, die Ihnen andere als negativ unterstellen.

Dafür gibt es verschiedene Strategien:

1. Voll akzeptieren:

„Deine Krawatte passt nicht zum Hemd.“

„Ja, genau. Ist das nicht herrlich?“

2. In das Gegenteil übertreiben:

„Du hast ganz schön zugenommen.“

„Eigentlich wollte ich die 100 kg-Marke knacken, aber es ist mir einfach nicht gelungen.“

3. Selbstironie:

„‚Sie sind schon ganz schön alt.“

„Tatsächlich bin ich 104. Aber ich sage immer 67, das erhöht meine Chancen bei jungen Frauen.“

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren.

One thought on “Zu den eigenen Eigenschaften stehen

  1. Ramin sagt:

    Drei tolle Ansätze – und die funktionieren nicht nur für Kommentare von anderen, sonderen auch für fiese Kommentare von „der kleinen Stimme im Kopf“. Der innere Dialog kann ja oft unser schlimmster Kritiker sein 🙂

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