Teil 2 der Übung zum Subtext: 

3. Schritt: Extrem positive Deutung
Für diesen Schritt müssen Sie umdenken. Bisher haben Sie wahrscheinlich nur die negativen Aspekte wahrgenommen. Jetzt geht es darum, den Satz mit der rosaroten Brille zu betrachten und herauszufinden, wie er zu deuten wäre, wenn er nur positiv gemeint wäre. Für unser Beispiel könnte das diese Deutung sein:

»Sie sind der außergewöhnlichste Mensch, den ich bisher getroffen habe. Ihre Ideen sind genial und wagemutig. Ich wünschte mir, ich hätte auch so einen Einfallsreichtum wie Sie!«

4. Schritt: Ihre Emotionen
Was haben Sie gefühlt, als sie diese Bemerkung gehört haben? Was ging dabei in Ihnen vor? Wie ging es Ihnen dabei. Schreiben Sie auch das auf. Hier zum Beispiel:

»Ich habe mich unsicher und nicht für voll genommen gefühlt.«

5. Schritt: Ihre neue Deutung
Jetzt, nachdem Sie die Äußerung aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet haben, ergibt sich sehr häufig eine etwas abgeklärtere Sichtweise auf die Situation. Bedenken Sie dabei auch, dass extreme Äußerungen auch ein Zeichen von Unsicherheit, Stress, Angst oder unerfüllten Wünschen Ihres Gesprächspartners sein können. Schreiben Sie Ihre persönliche Interpretation des Satzes auf, wie Sie ihn jetzt verstehen. Hier beispielsweise:

»Sie haben ja schon wagemutige Ideen, ich muss zugeben, das beängstigt mich etwas. Ich würde Sie lieber unter Kontrolle halten.«

Diese Betrachtung in fünf Schritten verschafft Ihnen schnell Erkenntnisse über die verschiedenen Sichtweisen, die man in die Äußerung legen kann. Häufig erkennen Sie die Beweggründe Ihres Gegenübers besser und können so Ihren persönlichen Eindruck und die daraus hervorgerufene Interpretation korrigieren. So bekommen Sie eine bessere Einsicht in das Geschehen.

Ich wünsche Ihnen viele hilfreiche Erkenntnisse.

 

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Uli Kartäuser / www.pixelio.de

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