Warum der schlagfertige Einfall so oft zu spät kommt

Annettes Kollege Olaf war sauer: »War ja klar, dass eine Frau das nicht so gut hinbekommt!«, sagte er nach der Akquise-Präsentation. »Da stand ich dann und wusste gar nichts mehr zu sagen.«, berichtet Annette in meinem Schlagfertigkeits-Seminar. Dabei war die Präsentation gelungen, nur der Kunde wollte halt nicht so wie geplant. Das Problem an solchen Vorwürfen ist, dass wir zunächst einmal verletzt sind. Wir fühlen uns gedemütigt, ungerecht behandelt, denken:

»Warum tut er das mit mir? Ich fing sogar an, selbst an meiner Präsentation zu zweifeln.«, ergänzte Annette. »Dann ärgerte ich mich nicht nur über meinen Kollegen Olaf, sondern auch noch über mich selbst.«

Eine böse Bemerkung oder die Killerphrase eines Kollegen oder kritischen Zuhörers während einer Präsentation – all diese Erlebnisse sind für uns zunächst einmal Stresssituationen. Besonders viel Stress empfinden wir, wenn wichtige Personengruppen anwesend sind, zum Beispiel Ihr Chef, ein wichtiger Kunde, der Vorstand, ein Leitungsteam. Das Gleiche gilt für Diskussionen in der Öffentlichkeit mit großem Publikum wie Podiumsdiskussionen oder Fernsehauftritte. Grundsätzlich gilt: Je weniger vertraut die Situation, desto größer ist das Stressempfinden.

Vorsicht Hochspannung! Foto: Guenter Hamich / pixelio.de

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