Die Wirkkette der Wahrnehmung – Die Dinge sind das, was wir aus ihnen machen

Auf Basis der bisherigen Beobachtungen lässt sich folgende Wirkkette darstellen:

 

Wirkkette der Ereignisse

1. Ein Ereignis tritt ein. Dieses ist zunächst einmal neutral, weder gut noch schlecht.

2. Wahrnehmung: Wir nehmen das Ereignis wahr. Schon hier können erste Probleme auftreten. Ein Unfall aus verschiedenen Perspektiven kann z. B. unterschiedlich wahrgenommen werden.

3. Direkt mit unserer Wahrnehmung sind unsere Bewertungsmaßstäbe gekoppelt. Wir beurteilen das Ereignis vor dem Hintergrund unserer Zielsetzungen, Prägungen, Werte, Erwartungen und Annahmen. Anschließend haben wir ein Urteil und eine Einordnung des Ereignisses.

4. Emotionen stellen sich erst ein, wenn die Bewertung vorgenommen wurde. Günstige Ereignisse erzeugen positive Emotionen, ungünstige erzeugen negative Emotionen. Unsere Reaktionen sind dann von unseren Empfindungen geprägt.

Die Bewertungen sind so eng mit unserer Wahrnehmung verbunden, dass wir in den allermeisten Fällen gar keine Kontrolle über diesen Prozess haben. Entsprechende Attribute finden wir für die Dinge, die uns widerfahren:

  • »konstruktive Kritik« oder »blöde Nörgelei«
  • »dumme Äußerung« oder »interessante andere Meinung«
  • »plumpe Anmache« oder »gekonnter Flirt«

Keines dieser Ereignisse ist per se gut oder schlecht. Es ist nur eine Frage der Sichtweise. Je länger Sie die Dinge neutral beobachten, desto freier sind Sie in Ihren Entscheidungen. Sobald Sie eine Bewertung getroffen haben, sind Sie festgelegt. Ist der gelbe Klebezettel mit der Bewertung »gut« oder »schlecht« einmal aufgeklebt, stecken wir in den dazugehörigen Emotionen fest.

Auch das wäre an sich nicht so schlimm, wir neigen jedoch dazu, unter den als »schlecht« bewerteten Ereignissen zu leiden. Wir sind dann im milderen Fall traurig, enttäuscht und gereizt, in schlimmeren Fällen wütend oder zornig.

Es fällt uns schwer, aus dem Sumpf der eigenen Gefühle wieder aufzutauchen. Mit dieser Konditionierung sind wir deutlich empfindsamer und damit anfälliger für verbale Angriffe.

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