Der Doppelschlag zur Richtigstellung

Anders verhält es sich allerdings, wenn Ihnen jemand Unwahrheiten unterstellt, Sie beleidigt oder sich extrem negativ äußert. In diesen Fällen dürfen Sie den Vorwurf nicht unwidersprochen im Raum stehen lassen. Das gilt insbesondere für Gesprächssituationen vor Publikum.

  • Weisen Sie Unwahrheiten, Beleidigungen und extrem negative Äußerungen entschieden zurück.
  • Erfolgreich umgesetzt hat das Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder in einem Kreuzfeuer-Interview, bei dem er von zwei Journalisten in die Mangel genommen wurde.

Journalist: Die Schwierigkeiten zwischen Ihnen und Ihrer Partei fangen doch erst an.

Schröder: Das mag Ihre Wahrheit sein, das ist aber nicht die Wahrheit. Die Schwierigkeiten, die Sie sehen, existieren nicht!

 

Foto: Tim Reckmann / pixelio.de Schröder

Foto: Tim Reckmann / pixelio.de Schröder

 

Das Grundprinzip dieser Vorgehensweise ist einfach und sehr wirksam. Die Methode setzt sich aus zwei Gegenschlägen zusammen. Mit dem ersten Schlag entwerten Sie die Aussage des Gegenübers. Im Beispiel Schröders: Das ist nicht die Wahrheit. Mit dem zweiten behaupten Sie das Gegenteil der negativen Aussage. Im Beispiel: Die Schwierigkeiten existieren nicht. Geben Sie dann keine Erklärungen mehr. Damit fungiert Ihre Aussage als Statement, das keiner weiteren Erklärung bedarf.

Abbildung: Die Schritte der Doppelschlag-Verteidigung

Abbildung: Die Schritte der Doppelschlag-Verteidigung

Noch einige Beispiele:

  • »Sie arbeiten zu langsam.«
  • »Sie irren sich. Ich arbeite sorgfältig und qualitätsorientiert.«

 

  • »Sie sind inkompetent.«
  • »Das ist Ihre Meinung. Die Wahrheit ist: Ich kenne mich sehr gut aus.«

Das ist eine geniale Technik. Sie wehren den Angriff ab und kehren den Vorwurf einfach um. Halten Sie Ihre Antwort extrem kurz. Sie weisen dem Angreifer damit klare Grenzen auf und geben Ihre eigene Sicht der Dinge.

 

Techniken zur Doppelschlag-Verteidigung

  •  Nehmen Sie für die Entwertung der Aussage eine der folgenden Sätze:
  • »Da liegen Sie falsch.«
  • »Das ist eine haltlose Unterstellung.«
  • »Sie irren sich.«
  • »Da sind Sie auf dem Holzweg.«
  • »Sie sind offensichtlich falsch informiert.«
  • »Sie haben ein Problem mit der Wahrnehmung.«

Für die Richtigstellung behaupten Sie einfach das Gegenteil. Geben Sie dann keine weitere Erklärung.

 

 

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